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Erfurt. Die DGB Jugend Thüringen äußert sich erneut kritisch zu den veröffentlichten Ausbildungsmarktzahlen und der damit zusammenhängenden Fachkräftedebatte.
"Für uns bleibt weiterhin fragwürdig, warum Unternehmen über fehlende Fachkräfte klagen und gleichzeitig nur etwas mehr als die Hälfte der Bewerber_innen (52,6%) in ‚ungeförderte Berufsausbildung’ einmündeten", meint Jugendbildungsreferentin der DGB Jugend Thüringen, Jenny Zimmermann.
Restaurantfachleute, Hotelfachmann/-frau, Friseur_in, Kaufleute im Einzelhandel, Köch_innen – diese Berufe stehen ganz oben auf der Liste der unbesetzten Ausbildungsstellen. Es sind auch die Berufe, die laut einer Studie (Ausbildungsreport 2011) der DGB Jugend am schlechtesten in der Bewertung der Ausbildungsqualität ausfielen. Die Gewerkschaftsjugend sieht an dieser Stelle einen klaren Zusammenhang. Ausbildungsfremde Tätigkeiten, mangelnde fachliche Anleitung, Überstunden, schlechte Vergütung – im Berufsalltag der Auszubildenden längst keine Einzelfälle mehr. Vor allem das Gaststätten- und Hotelgewerbe ist davon betroffen.
"In den letzten Wochen verpassten einige IHKen in Thüringen den Ausbildungssuchenden eine Generalschelte (der mdr berichtete), indem sie anprangerten, dass die Jugendlichen zu unmotiviert und sozial inkompetent, schlicht nicht ‚ausbildungsreif’ seien", meint Zimmermann weiter. "Doch uns stellt sich vielmehr die Frage, ob die Unternehmen ausbildungsreif sind!"
Berufsausbildung soll neben beruflichen Fachkenntnissen auch soziale Kompetenzen vermitteln. "Wer von den Bewerber_innen erwartet, ‚fertige’ Auszubildende zu sein, steht bei uns in Verdacht, lediglich auf billige Arbeitskräfte zurückgreifen zu wollen. Wer wirklich Fachkräfte braucht, ist auch engagiert dabei, diese gut auszubilden."
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