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Thüringer Jugendverbände debattierten heute mit dem Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus über Freiheit und Sicherheit
ERFURT. Jugendliche sind die Generation, die mit den heutigen politischen Entscheidungen zu Videoüberwachung oder Online-Durchsuchungen auf privaten Computern morgen und übermorgen leben müssen. Als besonders intensive Nutzer moderner Kommunikationsmittel sind sie von Freiheitsbeschränkungen durch Überwachung von Mobiltelefonen oder Emails besonders stark betroffen. Trotz aller Angst und Panik um potenzielle Terroranschläge bleibt neben dem Bedürfnis nach Sicherheit auch ein Grundbedürfnis nach Freiheit statt Beobachtung und Bewachung.
Am heutigen Abend traf zu diesem bewegenden Thema Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus in der Staatskanzlei 30 Jugendliche, die in den Mitgliedsverbänden des Landesjugendrings Thüringen e.V. aktiv sind.
Die Jugendlichen verstanden dabei durchaus die wachsenden und komplexeren Gefahren, vor denen der Staat seine Bürger schützen will und muss. Das Wettrüsten der Spionage- und der Abwehrtechnologien können aber nicht so weit ausgereizt werden, dass sich Bürger nicht einmal zuhause mehr frei im Denken und Handeln fühlen können, hieß es im Publikum.
Freiheit und Sicherheit wurde zudem auch auf die freie Wahl von Beruf, Arbeitsplatz und Lebensmittelpunkt bezogen. Junge Menschen seien immer mehr gezwungen, Berufe zu wählen, die sie nicht wollen oder an Orte zu ziehen, obwohl sie lieber in der Heimat bleiben würden. Auch dies sei Freiheit und Sicherheit, für die ein Staat sorgen müsse, hieß es weiter. Ministerpräsident Dieter Althaus wies darauf hin, dass zwar einerseits viele Berufe ausgestorben oder kaum noch zugänglich seien, es andererseits aber auch viele neue Berufsfelder geben würde. Freiheit sei nur machbar im Bereich der Auswahl-Möglichkeiten. Neue Zeiten würden aber auch viele Chancen bieten. Es brauche eine offene, lebendige Gesellschaft, um Chancen nutzen und in Sicherheit leben zu können, ohne bei jedem Terroranschlag immer mehr schwer erkämpfte Freiheitsrechte opfern zu müssen.
Für eine aktive Gesellschaft müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Jugendliche seien nach vielen Studien zu urteilen zwar Politik verdrossen, würden sich aber immer zivilgesellschaftlich engagieren und dort auch politisch bilden.
Ministerpräsident Dieter Althaus würdigte daher das Engagement der vielen ehrenamtlich aktiven Jugendlichen in den Verbänden des Landesjugendrings und versicherte, es werde keine Kürzungen mehr bei politischer Jugendbildung geben, sondern vielmehr deutliche Zuwächse an Förderung.
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