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Pressemitteilung der Jusos Thüringen, Naturfreundejugend Thüringen, Landesjugendwerk der AWO Thüringen
Jugendverbände kritisieren die Vorschläge der Landesregierung scharf
Erfurt, 16 Millionen Einsparungen im sozialen Bereich 2008 und 40 Millionen 2009 – sparen, sparen, sparen ist die Devise der Landesregierung. Nun scheint sie den Plan zu fassen, diesem Ziel weite Teile der Jugendarbeit in Thüringen zu opfern. Von der Einschränkung der freiwilligen Leistungen ist die Rede. Doch sind die freiwilligen Leistungen im Bereich der Jugendarbeit wirklich freiwillig? Neuste Studien belegen, dass bis zu 30 % der Kinder und Jugendlichen von Armut betroffen sind. Kinder und Jugendliche also, die existenziell auf nicht-kommerzielle Freizeitangebote und die Bereitstellung von demokratischen Beteiligungsstrukturen angewiesen sind.
Die Bürgergesellschaft, wie sie gerne von der CDU gefordert wird, braucht Kinder und Jugendliche, die frühzeitig lernen, wie Demokratie funktioniert und welche Möglichkeiten der Beteiligung ihnen zu Verfügung stehen. Dafür brauchen sie Unterstützung, wie sie ihnen durch JugendarbeiterInnen in Jugendverbänden und offenen Jugendeinrichtungen geboten wird. Eine Kürzung der Jugendpauschale zerstört das ohnehin schon dünn gewordene Angebot in diesem Bereich.
"Gerade der ländlichen Raum wird durch Jugendarbeit am Leben gehalten. Kürzungen in diesem Bereich zeugen von der Kurzsichtigkeit der Landesregierung.", so die Geschäftsführerin der Naturfreundejugend Thüringen (NFJ), Simone Rieth. Nicht ohne Grund beschloss die NFJ auf ihrer Landeskonferenz am vergangenen Wochenende die Konzentration auf nicht-kommerzielle Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche.
In einem Projekt beschäftigt sich das Jugendwerk der AWO mit dem Thema Abwanderung. Jugendliche wurden befragt, was für sie wesentliche Gründe sind, am Heimatort zu bleiben oder aus Thüringen wegzugehen. "Viele Jugendliche berichteten uns, dass die örtliche Jugendeinrichtung ein wichtiger Sozialisationsort für sie ist. Neben Familie und Freunde nennen sie den Jugendclub, in dem sie Unterstützung und die Möglichkeit zur Mitgestaltung haben, als wichtigen Grund vor Ort bleiben zu wollen.", erläutert Barbara Lochner, Geschäftsführerin des Landesjugendwerks der AWO. Außerschulische Jugendbildung, für jeden zugängliche Freizeitangebote, Jugendbetreuung und – beratung, sowie Partizipationsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche sind nicht freiwillig, sondern müssen den Status der Pflichtaufgaben erhalten. Sie sichern Demokratie, Zivilgesellschaft und soziale Gemeinschaft.
Aus diesem Grund erteilen die Jusos, das Landesjugendwerk der AWO und die Naturfreundejugend Thüringen den Sparplänen der Landesregierung eine klare Absage und fordern die Regierungsfraktion der CDU zu einem klaren Votum für die Jugendverbandsarbeit auf!
13.03.2007
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