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Liebe Mitglieder des Vorstandes des BDKJ Thüringen,
in Eurer Stellungnahme vom 21.12.2004 werft Ihr uns vor „Altes Denken“ salonfähig machen zu wollen. Dieser Begriff ruft in der Landesleitung der Naturfreundejugend Thüringen Verwunderung hervor. Die Anspielung auf unsere politische Ausrichtung ist dann doch etwas plakativ und an den Haaren herbei gezogen. So empfehlen wir die Geschichte unseres Verbandes genauer zu betrachten. Unsere politische Richtung des demokratischen Sozialismus ist seit 1895 historisch gewachsen und nach der Wiedergründung nach den Verbotsjahren von 1933 bis 1989 auf den Werten der Bundesrepublik aufgebaut. Gegen eine Verbindung zur Diktatur des SED-Regimes möchten wir uns deshalb mit allen Mitteln verwahren.
In der Stellungnahme behauptet Ihr des weiteren, uns würde es nicht um die Verteilung der Mittel unter den Jugendverbänden gehen, sondern darum die Institutionen von Sport und Kirche anzugreifen. Dies liegt uns insoweit fern, dass wir, wie in der Präambel der Satzung des Landesjugendrings vereinbart, die Arbeit, Selbstständigkeit und Unabhängigkeit der anderen Jugendverbände anerkennen. Aus unserer Sicht wird den Kleinverbänden, speziell den Arbeiterjugendverbänden, diese Anerkennung durch die Großverbände von Sport und Kirche verwehrt. Dabei leisteten diese Kleinverbände in den vergangenen Jahren neben ihrer Jugendarbeit, speziell in den Gremien des Landesjugendrings quantitativ und qualitativ eine gute jugendpolitische Arbeit. Diese wird regelmäßig durch Äußerungen auf Hauptausschüssen und Vollversammlungen des Landesjugendrings, durch Vertreter der konfessionellen und sportlichen Jugendverbände negiert.
Es geht uns um eine grundsätzliche Diskussion der Verteilung der Mittel zwischen Groß- und Kleinverbänden. Es ist nun einmal so, dass die 5 Großverbände 75 % der Mittel der Jugendverbände auf Landesebene bekommen. Somit teilen sich die anderen 23 Jugendverbände 25 %. Diese Summen entstehen, wenn man die Verteilung von 2004 nimmt und die schriftlich angekündigte Kürzung der Mittel durch das TMSG von 20 % einrechnet. Rechnet man die Verbände von Sport und Kirchen zusammen, so haben diese 3 Verbände 63 % der Gesamtmittel. Diese Gesamtverteilung der Mittel ist unter dem Blickwinkel von ständig sinkenden Förderungen nicht hinnehmbar.
Mit freundlichen Grüßen
Dana Bauer (Landesleiterin)
Erfurt, den 12.01.2005
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