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Visa-Affäre behindert erfolgreichen Jugendaustausch mit der Ukraine
Langjährige intensive Kontakte zwischen deutschen und ukrainischen Jugendorganisationen sind durch die so genannte Visa-Affäre gefährdet. Trotz einer Regierungsvereinbarung zur Erleichterung internationaler Jugendbegegnungen wird die Einreise von jungen Menschen, die an deutsch-ukrainischen Austauschprogrammen teilnehmen, immer schwieriger.
Die Bundesleiterin der Naturfreundejugend Deutschlands, Anja Zachow, ist seit über zehn Jahren im deutsch-ukrainischen Jugendaustausch aktiv. Hunderte von ukrainischen Kindern und Jugendlichen haben unter ihrer Leitung an Seminaren, Kanutouren, Ferienfreizeiten und Zeltlagern teilgenommen, darunter auch Opfer der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. "Bisher sind alle Kinder und Jugendlichen in ihr Heimatland zurückgekehrt," so Anja Zachow. Inzwischen ist der Jugendaustausch durch die Verschärfung der Visaregelung jedoch fast unmöglich geworden. Kinder und Jugendliche aus Lviv (Lemberg) in der Westukraine müssen jetzt eine mehrtägige Reise zur Botschaft nach Kiew auf sich nehmen. Dort müssen sie persönlich vorsprechen, um ein Visum für einen Jugendaustausch in Deutschland zu erhalten. "Dies verstärkt das Gefühl der Ukrainer, zu Europäern dritter Klasse abgestempelt zu werden und ist nach der Revolution in Orange ein denkbar ungünstiges Signal," so Zachow weiter.
Ansgar Drücker, Geschäftsführer der Naturfreundejugend Deutschlands und verantwortlich für internationale Jugendbegegnungen, kritisiert, dass die so genannte Visa-Affäre auf dem Rücken des erfolgreichen Jugendaustausches zwischen Deutschland und der Ukraine ausgetragen wird: "Die Vorgänge in der Botschaft in Kiew werden ohne Rücksicht auf die Folgen zur innenpolitischen Auseinandersetzung instrumentalisiert. Reisen von Ukrainern nach Deutschland werden pauschal mit Zwangsprostitution und illegaler Einwanderung gleichgesetzt."
Naturfreundejugend Deutschlands
www.naturfreundejugend.de
15.02.05
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