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Pressemitteilungen 2004
"Wer nicht ausbildet, der wird umgelegt"

Erfurt. (tlz) In den vergangenen zwölf Jahren haben gut 200 000 Menschen dem Freistaat den Rücken gekehrt. Vor allem junge Leute wandern ab. Weil sie keine Lehrstelle finden oder nach dem Studium keinen Job. Diejenigen, die hier bleiben, plagen Zukunftsängste. Sie sind enttäuscht von den Verantwortlichen im Land.

Der Landesjugendring Thüringen hat es sich zur Aufgabe gemacht, der wachsenden Politikverdrossenheit entgegenzuwirken. Er fühlt CDU, SPD, PDS, Grünen und PDS vor der Landtagswahl am 13. Juni auf den Zahn. Wie steht´s zum Beispiel mit der viel diskutierten Ausbildungsplatzabgabe?

CDU und FDP lehnen ein solches Gesetz strikt ab. Die SPD ist dafür, Unternehmen ab einer bestimmten Betriebsgröße zur Mitfinanzierung betrieblicher Ausbildung heranzuziehen. PDS und Grüne fordern auch, die Betriebe gemäß ihrer Größe an der Ausbildungsverpflichtung zu beteiligen. Günes Motto: "Wer nicht ausbildet, wird umgelegt."

Welche wirksamen Instrumente gegen die permanent hohe Jugendarbeitslosigkeit haben die Parteien zu bieten? Im März dieses Jahres gab es schließlich 24 700 registrierte Arbeitslose unter 25 Jahren.

Eine "bessere schulische Ausbildung, die eine größere Chance auf eine Lehrstelle bietet und bessere Wirtschaftsförderung", so die FDP. Die CDU ist für eine Konzentration auf den ersten Arbeitsmarkt und will die Ansiedlung und Erweiterung von Unternehmen forciert wissen. Für eine an die Ausbildung angeschlossene Weiterbeschäftigung von mindestens einem Jahr macht sich dagegen die PDS stark. Neben der Schaffung neuer Arbeitsplätze, vor allem im Bereich erneuerbarer Energien, setzen die Grünen auf neue Arbeitszeitmodelle. Und die SPD? Sie will ausreichende betriebliche Arbeitsplätze schaffen.

Und was kommt auf künftige Studenten zu?

Der Zugang zur Uni solle unabhängig zum Einkommen der Eltern sein, sich einzig an der Leistungsfähigkeit des Studierenden orientieren, so die SPD. Die Grünen verlangen zudem die Abschaffung der zentralen Vergabestelle für Studienplätze (ZVS) und des Numerus Clausus. Auch die FDP will die ZVS abschaffen. "Wie bisher frei bleiben" solle der Hochschulzugang, meint die Union. Darin stimmt sie - ausnahmsweise - mit der PDS überein.

Während einer von der TLZ moderierten Podiumsdiskussion in Erfurt, Motto: "Du entscheidest, wer reinkommt", stellten sich die Landtagskandidaten erstmals den Fragen der Jugendlichen (TLZ berichtete). Weitere Informationen gibt es auf einer vom Landesjugendring eingerichteten Homepage.

@ Wahl- und Wahrheitsseite des Landesjugendrings: www.yougend.com

30.04.2004 Von Elmar Otto

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