|
Jugendliche halfen in Siebenbürgen
EISENACH (ro)TA. Letzten Samstag kehrten die zwölf Jugendlichen des Evangelischen Jugendkonvents aus Siebenbürgen in Rumänien zurück nach Eisenach. Zehn Tage waren sie fort gewesen, Kulturerlebnisse, Urlaubsspaß und gemeinnützige Aufbauhilfe miteinander zu verbinden. In einem Kleinbus und einem Auto fuhren sie 21 Stunden nach Holzmengen. Der Ort ist eine jener deutschstämmigen Siedlungen in der Region Siebenbürgen, die im 12. Jahrhundert von Sachsen errichtet wurden. In Holzmengen wohnten sie in einem kirchlichen Gemeindehaus. Und in dem benachbarten Dorf Marpod halfen sie eine Kirche und ein Gemeindehaus zu renovieren. Aus dem feuchten Innenraum des Gotteshauses versuchten sie, das Wasser zu verbannen und legten drumherum eine Dränagerinne. Das Gemeindehaus bekam einen neuen Anstrich, und der Garten wurde mal wieder vom Unkraut befreit. Am letzten Tag rissen sie sogar noch den maroden Gartenzaun ab und bauten ihn wieder auf.Aber nicht nur Arbeit wartete auf die zwölf Thüringer. Siebenbürgen hat einiges zu bieten. Die Kultur der Region ist selbst nach Jahrhunderten noch stark mit deutschen Traditionen verbunden. Einen regen Austausch pflegten die Deutschen mit den einheimischen Jugendlichen. Man verständigte sich fast ausschließlich auf Deutsch. Sehenswürdigkeiten, wie die berühmten Kirchenburgen, wurden besucht, und sogar eine echte rumänische Hochzeit feierte man mit. Die Tage begannen mit einer Andacht. Recht abenteuerlich war die Selbstversorgung. In Rumänien ist der Lebensstandard wesentlich niedriger als in Deutschland, und da mussten sich die Jugendlichen notgedrungen anpassen. "Die Uhren in Rumänien ticken etwas anders, und doch ist es Europa.", gab Martin Klein seine Eindrücke wieder.Die Reise war die zweite Initiative der Jugendlichen zur Aufbauhilfe im Osten Europas. Ebenfalls vom Evangelischen Jugendkonvent geleitet, der in Thüringen über 130 000 Mitglieder zählt, waren sie im letzten Jahr in Tschechien, um zu helfen, noch immer vorhandene Hochwasserschäden zu beseitigen. Nächstes Jahr soll es vielleicht noch weiter gen Osten gehen, ins Baltikum.
11.08.2004
|