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Landesverbände der DGB-Jugend und Naturfreundejugend greifen Kirchen an
Eigentlich sind die von der Thüringer Landesregierung geplanten und im Haushaltsentwurf ausgewiesenen Einsparungen im Landesjugendförderplan von voraussichtlich 20% für alle Jugendverbände Anlass zu großer Sorge. Ab Januar 2005 werden dadurch zahlreiche Bildungs- und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche wegfallen, da ja zusätzlich auch die Mittel der Kommunen und Landkreise in diesem Bereich durch die Kürzung der Jugendpauschale drastisch reduziert werden. Da zeigen die Thüringer Jugendverbände Geschlossenheit und stellen sich gemeinsam dagegen - sollte man meinen. Dass dem nicht so ist, zeigen öffentliche Stellungnahmen einiger Verbände, die diese schwierige Situation nutzen, um längst überholt geglaubtes Denken wieder salonfähig zu machen.
So behauptet beispielsweise die Naturfreundejugend Thüringens in einer Resolution vom 16.12.2004, dass ab kommendem Jahr auf Landesebene die Fördermittel für Jugendverbandsarbeit „zu 80% an die Großverbände von Sport und Kirchen“ weitergegeben würden. Diese Zahl ist frei erfunden, natürlich viel zu hoch und hinterlässt einen falschen Eindruck. Scheinbar geht es der Naturfreundejugend aber gar nicht um die Mittelverteilung unter den Thüringer Landes-Jugendverbänden, sondern darum, benannten Institutionen den Kampf anzusagen. Sonst hätte man doch mehr Fachlichkeit und Differenziertheit erwarten dürfen.
Ähnlich falsche Äußerungen gibt es auch von DGB-Landesjugendsekretär Daniel Müller in einem OTZ-Artikel vom 14.12.2004. Dort erweckt er den Eindruck, als ob vier große Jugendverbände innerhalb des Landesjugendringes Thüringen die Stimmenmehrheit hätten. Mit dieser würden sie sich - alle anderen überstimmend – noch mehr Gelder sichern und die kleinen Verbände "an die Wand drücken". Auch hier geht es wohl gar nicht so sehr um die wahre Stimmenverteilung bei der Vollversammlung des Landesjugendringes, die im Übrigen gerade umgekehrt ist - die vier großen Verbände haben gerade mal ein gutes Drittel aller Stimmen. Damit aber auch jedem klar ist, wer hier eigentlich im Schussfeld stehen soll, wird dies von Müller gleich hinterher geschickt: die Thüringer Sportjugend und die Evangelische Jugend (zwei Landesverbände). Mit dem vierten großen Verband dürfte die Katholische Jugend gemeint sein. Dabei war die DGB-Jugend auch mal "groß", hatte aber in den vergangenen Jahren einen dramatischen Mitgliederverlust zu verzeichnen.
Der Thüringer Landesverband vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) wird es nicht hinnehmen, dass auf diese Art und Weise falsche Darstellungen in die Öffentlichkeit gebracht werden und Stimmung gegen kirchliche Jugendverbände gemacht wird. Wir sind selbst erheblich von den geplanten Kürzungen im Landeshaushalt betroffen. Auch der BDKJ-Dachverband muss schauen, dass er und seine Mitgliedsverbände wie DPSG-Pfadfinder oder Malteser Jugend zukünftig personell und finanziell für ihre Arbeit überhaupt noch ausreichend ausgestattet sind. Diese bieten eine qualitätsvolle Jugendarbeit an, die sich durchaus mit anderen Landesverbänden ihrer Größe messen lassen kann. Außerdem stehen wir zu einer Pluralität der Landschaft von Jugendverbänden in Thüringen. Gegründet als Bund und auch aufgrund guter Erfahrungen sehen wir es nicht als Nachteil, wenn Jugendverbände miteinander zusammenarbeiten und sich verbünden – nicht erst aus Sparzwängen heraus. Deshalb wird der BDKJ im Interesse einer längerfristig gesicherten Angebotsvielfalt weiterhin alle Bestrebungen in diese Richtung unterstützen und voranbringen.
Erfurt, den 21.12.2004
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